Dokumentarfilm Leipzig im Herbst von Andreas Voigt, Gerd Kroske und Sebastian Richter

Anläßlich des 25. Jahrestages der Maueröffnung
Demonstration auf dem Leipziger Ring
vor der Thomaskirche am 16.10.1989
Am Samstag, dem 8. November 2014 um 19:30 Uhr zeigt der Verein Kulturhaus Heidekrug 2.0 anläßlich des 25. Jahrestages der Maueröffnung den Dokumentarfilm "Leipzig im Herbst" von Andreas Voigt, Gerd Kroske und Sebastian Richter. Regisseur Andreas Voigt kann aufgrund eines USA-Aufenthaltes leider nicht wie ursprünglich geplant anwesend sein, wird jedoch über Skype für die Diskussion zur Verfügung stehen. Der Eintritt: beträgt 5,00 €

Der Film dokumentiert die Ereignisse in Leipzig vom 16. Oktober bis 7. November 1989. In einer Zeit der Demonstrationen und Diskussionen waren die Filmemacher in Leipzig unterwegs und versuchten, die einmalige Stimmung dieser Tage festzuhalten.
 
Andreas Voigt und Gerd Kroske führten Interviews mit Demonstranten, aber auch mit jungen Wehrpflichtigen, die als Bereitschaftspolizisten den Teilnehmern der Massendemonstrationen gegenüberstehen mussten. Sie unterhielten sich mit Müllmännern, die die Transparente und Plakate der Demonstranten entfernen mussten und schließlich zugaben, dass auch sie die darauf zu lesenden Forderungen berechtigt fanden.
 
Die Kamera war dabei, als Kollegen in den Betrieben debattierten, wie es nun weitergehen solle. In den aus heutiger Sicht erstaunlich offenen Gesprächen spiegeln sich das Denken und Fühlen der Menschen im gesellschaftlichen Umbruch wider.
 
Zur Einschätzung der Lage äußern sich neben Vertretern der Kirchen und der Bürgerbewegung "Neues Forum" mit Volkspolizisten, Polizei-Einsatzleitern und Staatsfunktionären auch Vertreter des Staates, der von den Demonstranten energisch zu Reformen gedrängt wurde.
 
In diesen entscheidenden Tagen der Friedlichen Revolution gab es nur wenige Kameras, die die Vorgänge in Leipzig dokumentierten. Die DDR-Medien versuchten die Proteste zu ignorieren und die Demonstranten als Querulanten hinzustellen. Das Team um Andreas Voigt und Gerd Kroske beeilte sich deshalb, den Film fertigzustellen, um den DDR-Bürgern wahrheitsgetreue Informationen über die Proteste zu liefern.

Noch während die Filmemacher am Schnitt arbeiteten, wurden sie von der Geschichte überholt. Als "Leipzig im Herbst" Ende November 1989 als Eröffnungsfilm der Leipziger Dokumentarfilmwoche lief, war die Mauer offen und in der zerfallenden DDR eine kurze Zeit der vollständigen Pressefreiheit angebrochen. So war der Film schon bei seiner Premiere ein wertvolles historisches Dokument. 

(Quelle: dok-leipzig.de, leicht bearbeitet)
geschrieben von gisbertamm am 12.12.2013 | 21:54 Uhr
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